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Drogenkonsum im Bundestag
(Kein
Schnee von gestern)
Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt gönnte sich
gern mal eine Prise Schnupftabak, heutzutage wird offenbar anderes im
Bundestag geschnupft:
Auf etlichen Toiletten im Reichstag wurde Kokain gefunden.
Berlin
- Nach einem Bericht des Sat.1-Magazins "Akte 2000" wurde an
verschiedenen Stellen im Berliner Reichstag Kokain "in Mengen nachgewiesen, bei denen ein Drogenhund
anschlagen würde". Nach Auskunft einer Sprecherin des Senders wurden
in 28 Toiletten
des Reichstages Ablagen und Flächen mit sterilen Tüchern abgewischt.
Diese Tücher seien dann in versiegelte Röhrchen gegeben worden und vom Nürnberger
Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung, das auch im
Fall des wegen Doping gesperrten Läufers Dieter Baumann die
Untersuchungen vorgenommen habe, untersucht worden. 22 der 28 Proben seien
positiv ausgefallen. Zu den negativen Proben hätten drei
Besuchertoiletten gehört, sagte die Sprecherin.
Der Bundestag überprüft nach eigenen Angaben die
Informationen des Senders. Eine Sprecherin sagte: "Wir kennen den
Beitrag. Das alles klingt so unglaublich, dass wir eine eingehende Überprüfung
begonnen haben." Was genau geprüft werde, dazu wollte sie aber
nichts sagen.
Staatsanwaltschaft
ermittelt wegen Kokain-Verdachts
Nach eigenen Angaben will die Staatsanwaltschaft den
Fernsehsender Sat.1 bitten, das Material zu dem Thema herauszugeben.
"Wir werden den Sender bitten, uns das Video und die Testergebnisse
zur Verfügung zu stellen", sagte eine Sprecherin. Die Informationen würden geprüft und dann möglicherweise weitere
Schritte eingeleitet. Wie lange die Prüfung andauern werde, hänge von
dem Umfang des Materials ab, sagte die Sprecherin. Bislang sei noch keine
Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingegangen.
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Machtwort des Bundeskanzlers Unterdessen
hat sich Bundeskanzler Schröder mit einem Machtwort in die
Drogenaffäre eingeschaltet. So sollen etwa die Toiletten der Angestellten von
nächstem Mittwoch an zweimal täglich und
dazu mit größerer Gründlichkeit gereinigt werden. Darüber hinaus soll das
Wischwasser häufiger gewechselt werden. Weiter habe
man Kontakt zu den Verantwortlichen des Nürnberger Labors aufgenommen und
erreichen können, daß diese ihr Gutachten noch einmal gründlich überdenken. Gegen
die Mitarbeiter des Fernsehsenders Sat 1 habe er nach Rücksprache mit
Bundestagspräsident Thierse ein Hausverbot verhängen
lassen. Weiter seien alle, den betroffenen Parteien nahestehenden
Medien angehalten worden, ab heute 24 Uhr nicht mehr über die
bedauerlichen Vorfälle zu berichten, um unnötige Irritationen der
Bevölkerung zu vermeiden.
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Bundeskanzler
G. Schröder
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Jörg van Essen
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FDP schaltet Ältestenrat ein
Auf Antrag der FDP wird sich der Ältestenrat des Parlaments mit den Drogenfunden
befassen. Während sich sowohl Bundestagspräsident Thierse als auch die
Drogenbeauftragte des Bundestages, die grüne Christa Nickels vor
Journalisten unwissend und überrascht zeigten, wollte der Parlamentarische Geschäftsführer der
FDP Fraktion, Jörg
van Essen, auf Anfrage nicht 100%ig ausschließen, dass auch im
Reichstag die euphorische Glücksgefühle verursachende Droge Kokain
konsumiert würde.
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Kompromissformel
"Koksgroschen"
Um bis zu einer Lösung des Problems den
Einfluss der Drogenindustrie auf die Entscheidungsträger im Bundestag in Grenzen zu halten, sollen nach Auskunft gut unterrichteter
Quellen vor allem "weiche Sofortmaßnahmen" getroffen werden.
So werde an eine bessere finanzielle Ausstattung der
betroffenen Abgeordneten und
Mitarbeiter gedacht, um zumindest deren weitgehende materielle
Unabhängigkeit sicherzustellen.
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Bundesfinanzminister Hans Eichel, der wegen seines strikten Sparkurses
auch gern "die eiserne Gans" genannt wird, wiegelte indessen
unverzüglich ab. Für solche "Sperenzchen" seien keine Haushaltsmittel vorhanden und weiter:
"Wenn irgend jemand die Absicht habe, den
Drogenbedarf einiger Kollegen mit staatlichen Mitteln zu bezuschussen,
müsse er auch sagen, woher das Geld dazu kommen solle". Vor diesem Hintergrund scheint ein
Vermittlungsvorschlag des Ältestenrates an Bedeutung zu gewinnen,
wonach bis zur endgültigen Lösung des Problems analog zum
Kohlepfennig eine Art "Koksgroschen" eingeführt werden
soll. Schließlich gehe es um die im gesamtgesellschaftlichen
Interesse liegende Sicherstellung der finanziellen
Unabhängigkeit, und damit der Entscheidungsfreiheit der
Führungselite unseres Landes.
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Gans Eichel:
Nix gibt's!
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Gesundheitsministerin
Andrea Fischer
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"Nur gekifft, nicht
inhaliert"
Während enge
Mitarbeiter von Bundesgesundheitsministerin Fischer, die schon vor einiger
Zeit den Konsum weicher Drogen öffentlich eingeräumt hatte,
prinzipiell grünes Licht für die staatliche "Kokszulage"
signalisierten, scheinen einige grüne Spitzenpolitiker anstelle des
"Koksgroschens" eher das Modell einer temporären
"Schnupfsteuer" zu präferieren. Diese könne dann, was ökologisch
auch nicht ohne Bedeutung sei, zu einem gewissen
Prozentsatz zur Einführung von Pfandbestecken für Fixer verwendet
werden.
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Zeitlmann (CSU): Für eine freiwillige Haarprobe
Unbeantwortet blieb bislang die Frage, wie
der Kokainkonsum der einzelnen Mitarbeiter objektiv festzustellen sei.
"Rein am Verhalten ist das schwer festzumachen", scherzte
ein Mitarbeiter des Ältestenrates. Dann aber wieder ernst: "Schließlich
ist es nicht Sinn der
Sache, neue Abhängige auf diesem Weg erst heranzuziehen."
An dieser Stelle könnte ein
Vorschlag des CSU-Rechtsexperten Wolfgang Zeitlmann
greifen. Zeitlmann regte an, dass sich Abgeordnete bei konkretem
Verdacht freiwillig einer Haarprobe unterziehen sollten. Alles
sei besser, als das Vertrauen der Bürger weiter zu
erschüttern. Er selbst wäre in diesem Sinne jederzeit bereit sich
einem entsprechenden Test zu unterziehen. |

Wolfgang Zeitlmann
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Finger weg

von meinen Haaren! |
Der Hausherr weiß von nichts
Auf
spontane Ablehnung stieß Zeitlmanns Vorschlag bei Bundestagspräsident
Wolfgang Thierse, der statt dessen die Berichterstattung der Medien scharf
angriff. Erneut
wies
Thierse auf die zahlreichen Besucher und Gäste hin,
die sich tagtäglich im Reichstag aufhielten, und von denen schließlich
jeder ein
potentieller Drogenkonsument sein könne. Auf den Hinweis, dass ausgerechnet auf den
Besuchertoiletten keine Kokainspuren gefunden wurden, mochte Thierse
nicht eingehen, sondern empfahl statt dessen, das nachgebesserte
Gutachten abzuwarten. |
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Drogenbeauftragte
Nickels: "Unseriöser Journalismus!"
Ähnlich
wie Bundestagspräsident Thierse kritisierte auch die
Drogenbeauftragte des Deutschen Bundestages, die grüne Politikerin
Christa Nickels den Privatsender Sat 1 wegen der
Berichterstattung über die Kokainfunde. In den öffentlich
rechtlichen Medien wäre gleiches undenkbar gewesen. Die Einmischung
der Journalisten in ihren Verantwortungsbereich sei äußerst
problematisch. Ungeklärt
blieb indes die Frage, ob die Arbeit der Journalisten, wenn sie sich
auf die Geschäftsstellen politischer Gegner beschränkt hätte, bei
ihr auf ähnlich harte Kritik gestoßen wäre. |

Christa Nickels |
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Christoph Daum: "Ich geh in die Politik" Letzten,
ebenfalls noch völlig unbestätigten Meldungen zufolge, soll sich der vor
einiger Zeit in Florida
untergetauchte
Christoph Daum überraschend zu Wort gemeldet haben, und nach dem Abschluss seiner Trainerkarriere
Interesse an einem Amt in Berlin
bekundet haben: "Sportvereine gehen an die Börse, warum sollte
ich da nicht in die Politik gehen? So öde scheint der Job doch gar nicht
zu sein."
Geschäftspartner und Freunde in den Staaten hätten ihn
ausdrücklich zu diesem Schritt ermuntert und darüber hinaus
weitreichende Unterstützung zugesagt. |
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Lesen Sie demnächst
an gleicher Stelle:
Drogen im Reichstag
Wie hätte er re(a)giert ?
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Reichskanzler a.D. Otto von Bismarck
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